Februar

09April2014

Nach unserem Zwischenseminar im Januar haben wir alle Hoffnungen in Herr Hahl gesetzt.

Mitte Februar kam endlich eine Rückmeldung. Frau Li persönlich schrieb uns eine E-Mail, um uns ihre Unterstützung zu versichern und um uns zu erklären, dass das Baumhaus-Projekt Peru nächstes Jahr weitergeführt wird. Sie schrieb uns, dass wir tolle Abriet bisher geleistet hätten und dass unsere Arbeit und Mühe es nicht wert wäre, dieses Projekt abzubrechen, trotz anfänglicher Schwierigkeiten.

1 Woche später kam die nächste E-Mail. Uns wurde eine neue Frau vorgestellt, die unsere neue Projektleiterin werden sollte. Diese spricht fließen Spanisch und kennt sich mit dem Land Peru sehr gut aus. Sie ersetzt Yizhu Li, unseren Projektleiter.

Diese Entwicklungen haben uns überrascht aber wir sind alle sehr glücklich über diese Entwicklungen und sind alle sehr erleichtert, dass man unsere Arbeit hier wertschätzt und natürlich freuen wir uns für unsere Schüler sehr, dass sie nächstes Jahr weiterhin Englischunterricht haben werden.

Januar

09April2014

Fünf Monate unseres Auslandsjahres sind nun schon um, damit bleiben noch sieben weitere.

Seit Weihnachten haben wir Ferien, die bis Anfang März dauern. Diese freie Zeit haben wir bisher beispielsweise für die Organisation der Universität genutzt. Dort wollen wir ja seit wir hier sind, Deutschunterricht geben. Da jedoch unser Chef vor Ort mit der Uni nicht vorankam, haben Philip und ich ihm bei der Organisation geholfen und waren seitdem schon ungefähr zehn Mal dort. Immer wieder wurde uns gesagt, wir sollen morgen wieder kommen, doch wir blieben dran und konnten dann endlich mit jemandem reden, wodurch wir ein bisschen weiter kamen. Mit unserem Chef Señor Agripino waren wir dann einige Male im Rektorat in Cusco, wo unser Vertrag zwischen diversen anderen Dokumenten wieder auftauchte. Seitdem ist die Arbeit mit der Uni ins Rollen gekommen und wir warten nur noch ab, bis wir die Bestätigung vom Rektorat erhalten. Danach können wir Gespräche mit dem Sprachenzentrum aufnehmen, denen wir ein Konzept von unserem Unterricht vorlegen müssen.

Außerdem wollten Philip und ich in unserem Dorf Tipón sowie in Huasao "cursos vacacionales", also Ferienkurse, in Englisch anbieten und waren bei der municipalidad (Rathaus) in Oropesa, da wir einen Unterrichtsraum brauchten. Wir sprachen mit einer Frau dort, die begeistert war und sich bei uns melden wollte, was jedoch leider nicht geschah. Da wir im Januar unser Zwischenseminar hatten und im Februar reisen werden, blieb damit nicht genug Zeit für Ferienkurse, weshalb wir zumindest eine Abendschule ab März realisieren wollen. Daher waren wir beide wieder da und wurden wieder gebeten im März wiederzukommen. Man merkt, hier in Peru, braucht alles Zeit...

Weiterhin hatten wir die Idee, durch den Verkauf von Sachen (wir wussten selbst noch nicht was) Geld für zukünftige Projekte einzunehmen. Unser Chef Señor Agripino schlug uns jedoch vor, Reisen, wie beispielsweise zu Machu Picchu, von einem Freund von ihm, der als "Tour Operator" arbeitet, Leuten zu empfehlen, die wir kennen - wenn die Leute dann die Reisen von diesem Tour Operator kaufen, erhalten wir die Hälfte des Gewinns für unsere Projekte. Seitdem versuchen wir, Freunden diese Reisen zu empfehlen, da sie damit ja auch einen guten Zweck unterstützten. So haben auch schon zwei Freunde von der Mitbewohnerin der Mädchen den "Inka Jungle Trail" bei unserem Tour Operator gebucht, wovon wir ungefähr 30 $ für unsere Projekte bekommen.

Zudem hatten wir vom Montag, den 20.1. bis zum Freitag, den 24.1. unser Zwischenseminar mit Herrn Hahl, der dafür aus Deutschland hierher kam. Bei diesem Seminar besprachen wir, wie bisher alles gelaufen ist, welche Probleme es gab, was für Wünsche wir für die Zukunft haben und ob und wie das Projekt weitergehen soll. So sprachen wir auch mit dem Lehrer aus Patabamba, besuchten die Schule in Lucre, wo wir mit der Schulleiterin Manuela über unsere Arbeit sprachen, redeten mit unserem Chef Señor Agripino über die bisherige Arbeit und besuchten unsere Gastfamilie hier in Tipón. Auf Herrn Hahls Fragen gab unsere Gastmutter schöne Antworten, so sah sie keinen Unterschied zwischen uns und ihnen, sondern sagte, wir seien gleich, auch erklärte sie nächstes Jahr wieder Freiwillige aufnehmen zu können und dass sie sehr traurig sein wird, wenn wir gehen werden, wo ihr dann auch gleich die Tränen kamen.

Weiterhin haben Sarah, Philip und ich an drei Tagen "La Balanza" bei ihrer Arbeit begleitet. Dies ist ein Verein aus Deutschland, der in den Dörfern in der Nähe von Cusco Entwicklungshilfe leistet. So waren wir mit im Dorf Quiñer, das ein bis zwei Stunden von Cusco entfernt ist. Dort hat dieser Verein durch Spendengelder sowie durch das Verkaufen von Artesanías in Deutschland ein Gemeindezentrum mitfinanziert. Wir verteilten an diesem Tag Obst sowie Hygieneartikel an die Menschen im Dorf. Ein größeres Dorf in der Nähe namens Huankarani war für uns aufgrund der Schulen von höherem Interesse. Am zweiten Tag fuhren wir mit zu dem Dorf Tamborpujio, das sehr abgelegen von Cusco ist. Aus beiden Dörfern besorgten wir uns die Telefonnummer von wichtigen Kontaktpersonen, da wir daran dachten, nächstes Jahr Freiwillige dahin zu schicken. Die Dorfbewohner waren daran interessiert. Am dritten Tag gingen wir mit zu einem Treffpunkt im Zentrum von Cusco, wo Straßenkinder sich nachmittags aufhalten können. Dort spielten wir mit diesen. Mit "La Balanza" könnten wir vielleicht zusammenarbeiten. Dadurch habe ich einen tieferen Einblick in die Entwicklungshilfe bekommen und verstanden, wie schwierig es ist, den Menschen zu helfen, sodass sie aus ihrem ständigen Kreislauf mit der Feldarbeit ausbrechen können.

Außerdem hatten wir mit Señor Agripino eine Familie in Lucre für die Mädchen besucht, wo wir sehr freundlich aufgenommen wurden. Da diese jedoch in unterschiedlichen Familien leben möchten, sind wir nach wie vor auf der Suche nach weiteren.

Mit den Lions-Club Leuten machen wir auch oft was zusammen. So bin ich zum Beispiel fast immer bei deren sesiones (Sitzungen) dabei, bei denen sie besprechen, was sie machen werden. Auch bei der Aktion mit den Hunden waren wir dabei, als sie auf dem Wanchaq-Platz einen Stand hatten, auf dem sie Leute gesucht haben, die die Hunde und Katzen adoptieren wollen.

Unser Zwischenseminar hat hier statt gefunden Mit Herrn Hahl über den Dächern Cuscos La Balanza Das Haus der neuen Familie in Lucre Hundeaktion

 

 

                                                      

Dezember

09April2014

Anfang Dezember sind wir aus unserer Familie in Tipon in eine Wohnung in den Stadtteil San Jeronimo gezogen. Dieser liegt am Rande von Cusco, hier haben wir es jetzt ca. eine halbe/ dreiviertel Stunde bis zu unseren Schulen. Jedoch haben wir auch gedacht, dass wir nur 2- 3 Monate in der Wohnung wohnen werden, so lange die Ferien gehen und danach wieder in eine Familie ziehen werden.

Ansonsten haben wir im Dezember unsere Klassen in den neuen Schulen richtig kennen gelernt. Die Kinder freuen sich immer total uns zu sehen und kommen schon auf dem Schulhof auf uns zu und umarmen uns. Der Unterricht macht viel Spaß, jedoch ist das Lernniveau der Kinder sehr schlecht. Wir versuchen unseren Unterricht anders zu gestalten, wie die peruanischen Lehrer. Die machen sich das sehr einfach, schreiben ihre Lerneinheiten an die Tafel und die Kinder müssen das abschreiben. In Examen werden diese Wort für Wort abgefragt und die Kinder haben meist gar keine Ahnung was sie da überhaupt gelernt haben, geschweige denn, sie können es nicht mal in eigene Worte fassen. Wir versuchen unseren Unterricht spielerisch, musikalisch und einfach ein bisschen effektiver zu gestalten. Jedoch merkt man dann in geschriebenen Tests, dass die Kinder sich einfach zu Hause nicht hinsetzen und die „neuen“ Vokabeln nicht lernen. Jetzt vor Weihnachten haben wir viele englische Weihnachtslieder mit den Kindern gesungen, was sie ziemlich cool fanden. Im Gegenzug haben sie uns ein Weihnachtslied auf Quechua vorgesungen.

In unserer „freien“ Zeit zwischen den Unterrichteinheiten haben wir immer einen Kindergarten in der Nähe von Huarcapay besucht. Der Kindergarten liegt in einer kleinen Siedlung, die vor 5 Jahren von der US amerikanischen Regierung wieder vollkommen aufgebaut wurde. Das Dorf wurde von Hochwasser, was aus dem nahe liegenden Fluss austrat, völlig zerstört. Der Kindergarten ist zudem auch ziemlich gut ausgestattet, die Kinder sind sehr lieb und können schon viele Wörter und Lieder auf Englisch singen.

Am letzten Schultag haben wir den Kindergarten in Huasao noch besucht. Da haben wir auf der Straße die Kindergärtnerin getroffen und die wollte unbedingt, dass wir sie besuchen und mit den Kindern englische Weihnachtslieder singen. Das war voll der schöne Tag, weil alle Kinder voll schick angezogen waren, laute Musik, die Kinder getanzt haben und ein Clown Witze gemacht hat.

Im Dezember haben wir uns außerdem mit dem Leones Club angefreundet und sind mit Ihnen zu der „Casa Man Tay“ gegangen. Dies ist ein Haus, in dem junge, jugendliche Mütter mit ihren Kindern zusammen leben. Hier haben wir Schokolade an die Kinder verteilt und mit ihnen und den Müttern zusammen Spiele gespielt. In der Zukunft wollen wir öfters etwas mit den Leones unternehmen und deren sozialen Projekte unterstützen.

Kindergarten in Huasao Clownsparty Weihnachten haben wir dann bei unserem Freund Luis und seiner Familie in Lima gefeiert. Die Party fing am 25. Dezember abends um elf Uhr an. Um 12 Uhr gab es ein riesiges Feuerwerk und danach ein leckeres Essen mit Truthahn und vielen Salaten.

  Kindergarten in der Nähe von Lucre Frühstücken mit den Kids Ausblick auf die Lagune Soziales Projekt mit den Leones 1. Klasse in Lucre Grundschule Weihnachtsdeko im Klassenraum IWeihnachten in Lima bei Familie Valverde

November

09April2014

Und schon wieder ein Monat um… und damit schon ein Viertel unseres Jahres hier. Die Zeit verging wirklich wie im Flug, auch wenn wir in der Zeit schon einiges erlebt haben. Diesen Monat ging es bei uns ziemlich drunter und drüber, da wir uns nun endgültig entschieden haben aus unserer Familie auszuziehen und zudem aus unserer Schule in Choquepata rausmussten, da die Direktorin meinte wir würden nun nicht mehr gebraucht, da die Kinder sich auf ein Examen in anderen Fächern vorbereiten müssten. Der wirkliche Grund war wohl eher, dass sie uns eigentlich immer nur da haben wollte um Wände der Schule anzumalen und andere Arbeiten dort zu unterrichten, und im Gegenzug „durften“ wir dann Englisch unterrichten. Wir fanden das sehr schade, da wir unsere Klassen wirklich schon sehr ins Herz geschlossen hatten und schon einiges mit ihnen geschafft hatten. Naja, aber da wir wohl keine andere Möglichkeit hatten, haben wir nun fast den ganzen Monat damit verbracht eine neue Unterkunft und neue Schulen zu suchen.

Bei Schulen wurden wir recht schnell fündig. Wir fuhren einfach in andere Dörfer hier in der Gegend und erzählten dort was wir hier machen und dass wir gerne Englisch unterrichten würden. Die Direktoren nahmen uns freudig auf und haben uns gleich einen ziemlich vollen Stundenplan erstellt. Nun können wir in Saylla an der Primaria unterrichten und dort außerdem in den danebengelegenen Kindergarten gehen wenn wir grade keinen Unterricht haben. Zudem haben wir noch einige Stunden in Lucre in der Primaria und in der Secundaria dazu bekommen. Und in Hualcapay, einem Nebenort, befindet sich ebenfalls ein Kindergarten, die uns mit Freude aufnehmen.

Was uns in Lucre in der Secundaria überraschte war, dass die erste Klasse deutlich besser die englischen Vokabeln aussprechen konnte und anscheinend auch ein sehr viel besseres Verständnis für die Sprache hatte als die zweite Klasse. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die erste Klasse vor uns einen sehr viel besseren Englischlehrer hatte als die zweite Klasse vor uns. Wir waren auf jeden Fall sofort sehr begeistert von unseren neuen Schulen und der Unterricht macht sowohl uns als auch den Schülern Spaß! Das einzig Doofe ist, dass die Schulen ziemlich weit entfernt sind und wir dort erstmal mit dem Bus hinfahren müssen. Aber da wir ja jetzt sowieso umziehen und in zwei Wochen hier schon Sommerferien sind, die zweieinhalb Monate andauern, müssen wir uns erst danach wieder darüber Gedanken machen. Eigentlich wären wir gerne sofort wieder in eine Familie gezogen. Da unser Organisator Agripino hier in Cusco jedoch nur eine Familie für uns hatte, wo wir wieder zu viert gewohnt hätten und die schon von vornherein wieder Bedingungen gestellt hat unter denen wir dort nur wohnen dürften, haben wir es abgelehnt dort einzuziehen. Denn wir fühlen uns in unserer Familie zur Zeit auch sehr unwohl und nicht wirklich als Familienmitglieder akzeptiert, deshalb würden wir gerne in eine Familie mit anderen Voraussetzungen ziehen. Da es nun aber nicht möglich war so schnell eine andere Familie zu finden, haben wir uns dazu entschlossen erstmal in eine Wohnung zu ziehen. Unser Verpflegungsgeld reicht so grade aus, um davon die Miete und zusätzlich unser Essen zu bezahlen. Wir fragten sehr viel rum und hängten außerdem Zettel auf, wo wir erklärten, dass wir eine Wohnung suchen. Daraufhin meldeten sich sehr viele Leute bei uns, die eine Wohnung oder ein Haus zu vermieten hatten. Wir machten sehr viele Wohnungsbesichtigungen und schließlich fanden wir eine Wohnung nahe Cusco, die unserem Budget entsprach. Eine deutsche Freundin, die wir hier kennengelernt haben, zieht ebenfalls mit uns dort ein, da sie zur Zeit bei sich eine sehr viel höhere Miete bezahlt. Wenn wir noch andere Mitbewohner finden, nehmen wir sie gerne auf, denn umso mehr wir sind, desto niedriger ist die Miete für jeden. Und in unserer WG könnten insgesamt 8 Leute wohnen, zur Zeit sind wir 5. In der Wohnung haben wir sogar eine warme Dusche, Schränke, unsere Klamotten müssen also nicht mehr auf dem Boden liegen, eine Küche, Betten, mehrere Zimmer und ein sehr gemütliches Wohnzimmer. Also schon ziemlicher Luxus im Gegensatz zu der Unterkunft wo wir bis jetzt gewohnt haben. Allerdings haben wir eigentlich nicht vor dort bis Ende des Jahres wohnen zu bleiben, da wir doch gerne wieder in einer Gastfamilie wohnen würden. Da nun jedoch sowieso erstmal Ferien sind und wir nicht in die Schule müssen, werden wir nun erstmal bis März in der Wohnung bleiben und danach versuchen wieder Gastfamilien zu finden.

  Fest in Lucre Fest in Lucre mit den Kindergartenkindern Kindergartenkinder

Oktober

09April2014

Zu Beginn unseres zweiten Monats in Peru, hatte sich doch schon alles für uns eingependelt. Wir alle hatten einen eingespielten Alltag. Ich denke uns allen ging es in dieser Zeit richtig gut und wir waren motiviert unseren Aufgaben nachzukommen. Besonders die kleinen Fortschritte in Englisch, die wir an unseren Schülern feststellen konnten freuten uns.

Was natürlich nicht ganz so gut lief waren die Probleme, die wir immer wieder mit der Direktorin in Choquepata hatten. Oft hatten wir das Gefühl, dass die Direktorin weniger an unserm Englischunterricht interessiert ist als an unserer kostenlosen Arbeitskraft. Oft waren wir den ganzen Vormittag die Wand am anmalen um dann schließlich gesagt zu bekommen, dass der Englischunterricht heute doch ausfällt. Nicht selten kamen wir eher demotiviert und enttäuscht von Choquepata nach Hause. Dennoch versuchten wir uns gut mit der Direktorin zu stellen um den Unterricht nicht völlig zu verlieren und vor allem um unsere Kinder nicht zu verlieren.

Dafür lief der Unterricht in Huasau richtig gut und wir waren überrascht, dass es doch auch Klassen gibt die ein gutes Sozialverhalten an den Tag legen und uns mit Respekt behandeln und sehr ineressiert sind an unserem Unterricht sind. Auch die Lehrer in Huasau waren, anders als in Choquepata, immer dankbar wenn wir kamen und sehr freundlich zu uns.

Auch in Patabamba wurden wir immer herzlich von dem Lehrer begrüßt und überschwänglich mit einem laute „los Gringitos“ von allen Kindern. Obwohl die Kinder uns immer wieder herausforderten und es wirklich anstrengend war die Rasselbande zu bändigen, freuten wir uns doch immer wieder auf den Unterricht. Letztendlich haben wir dann aber ein System entwickelt, welches wir immer noch anwenden und das auch wirklich funktioniert. Statt zu bestrafen, wenn sie böse sind belohnen wir sie einfach wenn sie artig sind. Und zwar indem wir ein Bonbon in das “gute Bonbonglas“ schmeißen. Wenn die Kinder dann Quatsch machen und zu laut sind schmeißen wir die Bonbon aus dem „guten Glas“ in das „böse Glas“. Die Bonbons im bösen Glas kommen weg, wenn das „gute Glas“ allerdings voll ist bekommen die Kinder alle Bonbons. Es ist herrlich wie gut das funktioniert. Außerdem haben wir die Regel eingeführt, bevor wir das Abschiedslied singen, dass die Kinder 10 Sekunden lang muksmäuschen still sein müssen, sonst gehen wir nach Hause ohne zu singen. Anfangs war es sehr schwer für die Kinder komplett still zu sein, aber nach und nach wurden sie immer besser und am Ende des Monats konnten wir sogar auf 15 Sekunden erhöhen.

 

Leider fiel in dem Monat auch Einiges vor, was enttäuschend für uns war.

Die Familie hatte uns ja schon im September gesagt, dass das Geld was sie von uns bekommen für Unterkunft und Verpflegung nicht ausreichend wäre. Deswegen haben wir im Oktober versucht das Geld in drei Teile aufzusplitten, damit die Familie nicht alles Geld schon am Anfang ausgibt sondern das Geld nur für 10 Tage reichen muss und danach bekommen sie erst wieder neues Geld. Die Familie von den Jungs kam damit anscheinend sehr gut zurrecht. Doch irgendwie hatten wir Alle das Gefühl die Familie von uns, den Mädels, will uns deutlich zeigen, dass das Geld nicht reicht. So kam es zum Beispiel vor, dass wir kein Waschmittel mehr von der Familie bekamen. Sie sagten uns, wir müssten es ihnen abkaufen. Und auch Klopapier mussten wir uns selber kaufen. Der Höhepunkt war dann als unser Gastbruder zum Frühstück ein Käsebrot essen durfte, wir aber nur trocknes Brot bekamen.

Auf der anderen Seite, hatte unser Bruder dann aber plötzlich ein neues Handy und unsere Oma eine Waschmaschiene. Wir fühlten uns alle nicht mehr wohl mit der Situation und wollten ein klärendes Gespräch mit unserer Familie führen. Bei dem Gespräch kam dann aber leider ziemlich schnell heraus, dass der Familie das Geld nicht ausreichend war. Wir haben dann gesagt, dass wir nicht hier wohnen können wenn das Geld nicht reicht. Uns blieb also nichts anderes übrig als uns damit abzufinden für Dezember auszuziehen. Ich glaube das machte uns alle echt ein bisschen fertig.

Auch an der Schule Choquepata erhielten wir Ende des Monats die schlechte Nachricht, dass wir im nächsten Monat nicht mehr wieder kommen brauchen. Die Direktorin erzählte uns es sei wegen des straffen Stundenplans. Aber wahrscheinlich hatte sie sich auch nicht wirklich dafür eingesetzt das wir bleiben. Zuvor war nämlich die Farbe ausgegangen um das Schulgebäude zu streichen und sie hatte von uns verlangt neues zu besorgen. Natürlich haben wir das abgelehnt, weil es einfach nicht unsere Aufgabe ist Farbe für die Schule zu bezahlen. Aber im Rückblick betrachtet, war das wirklich das Beste was uns passiert ist.

So hatten wir für Anfang November nicht den schönsten Start und einige Aufgaben, die uns bevorstanden.

Jenny vor der 1. Klasse in Choquepata Klasse in Choquepata Schule in Patabamba Kuscheln mit unseren Gasttieren Fußball spielen in Choquepata Unsere 5. Klasse in Huasao

September

09April2014

Am 3. September ging unser Flug ab Frankfurt über Madrid und Lima nach Cusco, wo wir das nächste Jahr verbringen sollen. Der Flug, der mit Umsteigezeiten 20 Stunden in Anspruch nahm, verlief ohne Zwischenfälle, war aber doch wirklich anstrengend. Als wir dann mit 7 Stunden Zeitverschiebung ankamen, schlug der Jetlag mit aller Macht zu.

Unser Ansprechpartner und Koordinator hier in Peru, Señor Agripino, holte uns am Flughafen ab und nahm uns mit zu sich nach Hause. Auf der rasanten Taxifahrt sammelten wir erste Eindrücke von Cusco, das uns allen sehr hektisch und chaotisch vorkam – besonders der Verkehr!

Bei Agripino angekommen bekamen wir unser erstes peruanisches Mittagessen mit dem typischen Cocatee dazu. Obwohl wir todmüde waren, bestand Agripino auf einem Stadtrundgang, den wir nicht wirklich genießen konnten. Wir verbrachten dann den Rest des Tages bei Agripino, bevor wir am frühen Abend dann nach Tipón zu den Gastfamilien fuhren.

Wir lernten die Gastfamilien also eher kurz kennen, hatten aber einen hervorragenden ersten Eindruck, der sich später noch mehr als bestätigen sollte, bevor wir tödmüde ins Bett fielen.

Die nächsten Tage lebten wir uns schon ganz gut ein, lernten die Familien besser kennen und brannten darauf, auch mit der Arbeit an den Schulen zu beginnen. Agripinos Kollege, Señor Ronald, lebt ebenfalls in Tipón und war für die Organisation der Familien und Schulen verantwortlich. Er sagte uns, dass die Stundenpläne noch nicht fertig seien, woraufhin wir selbst in die Schulen fuhren. Dort mussten wir feststellen, dass kein einziger der Schulleiter auch nur wusste, dass wir überhaupt existieren. Glücklicherweise wurden wir in Huasao, Choquepata und Patabamba aber trotzdem dankend aufgenommen. Wir handelten Stundenpläne aus und konnten dann endlich mit der Arbeit beginnen. Unser Englischunterricht lief den Umständen entsprechend gut und machte uns auch Spaß.

Bald folgten aber mehr Probleme: Ronald hatte nicht nur die Schulen gar nicht, sondern auch die Familien falsch informiert. Es stellte sich heraus, dass wir am ersten Tag erst so spät in die Familien gekommen waren, weil Ronald sage und schreibe einen Tag vorher bescheid gesagt hatte, dass wir am Folgetag kommen werden. Außerdem dachten unsere Familien, wir würden mehr für die Unterbringung zahlen, als tatsächlich vorgesehen war und nur drei Monate bleiben.

Es folgte ein ernstes Gespräch, an dem Ronald nicht teilnahm. Zuerst sagten unsere Familien, wir müssten sofort gehen, weil das Geld nicht reicht, auch wenn man ihnen wirklich ansah, dass sie das nicht wollten. Agripino kam auf peruanische Weise später dazu und redete nochmal mit den Müttern, woraufhin diese ihre Meinung änderten und uns sagten, wir könnten doch noch bis Ende November bleiben, wie „vorgesehen“ war.

So blieb also erstmal alles beim Alten und wir konnten uns auf den Unterricht konzentrieren. In Lima trinken wir die erste Inka KolaEin Besuch im Zoo von Tipon mit unseren Gastbrüdern Bei der Hochzeit Auf einem Lastwagen Auf dem Weg nach Patabamba Patabamba Der Blick auf unser Tipon In unserer Küche Das Haus der Jungs Pause auf dem Feld Rückfahrt vom Feld